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Welchen Buchhalter brauchen Sie und wie finden Sie den richtigen?

Was macht ein Buchhalter?

In Deutschland ist der Buchhalter keine geschützte Berufsbezeichnung. Um die Tätigkeit ausführen zu können wird ein kaufmännischer Ausbildungsberuf vorausgesetzt. Zusätzlich kann sich ein Buchhalter zum Bilanzbuchhalter weiterbilden. Im Gegensatz zum Steuerberater darf der Buchhalter keinen Jahresabschluss machen. In der Buchhaltung müssen alle Geschäftsvorfälle aufgezeichnet werden. Die Buchhaltung kann in vier Teilbereiche unterteilt werden: Finanzbuchhaltung (Fibu), Debitorenbuchhaltung, Kreditorenbuchhaltung, Lohnbuchhaltung.

Bin ich zur Buchhaltung verpflichtet?

Die handelsrechtliche Buchführungspflicht ergibt sich aus  § 238 HGB: „Jeder Kaufmann ist dazu verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lager seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen“.  Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem „sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann“.

Die steuerliche Buchführungspflicht ergibt sich aus der Abgabenordnung (AO). Diese unterscheidet zwischen derivativer (§140 AO) und originärer (§141 AO) Buchführungspflicht.

Brauche ich einen Buchhalter?

Ein Buchhalter bringt viele Vorteile mit sich. Sie können nicht nur Zeit und Kosten sparen, sondern auch selbst ihr eigenes Unternehmen zeitnah im Überblick behalten. Sie können die Buchhaltung selbstständig durchführen und auf ein Buchhaltungsbüro verzichten. Es ist jedoch ratsam ein Grundverständnis für buchhalterische Tätigkeiten zu haben. Es besteht sonst die Gefahr, dass Ihnen Fehler unterlaufen. Das Verpassen von Fristen kann aufgrund von Nachzahlungen kostspielig sein.

Welchen Buchhalter brauche ich?

Die Buchhaltung kann durch spezialisierte Buchhalter durchgeführt werden. Je nach Einsatzgebiet können Lohnbuchhalter, Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter verschiedene Buchhalterservices durchführen. Lesen Sie hier mehr über die Unterscheidung zwischen einem Buchhalter, einem Finanzbuchhalter und dem Bilanzbuchhalter.

Lohnbuchhalter

Die Lohnbuchhaltung ist erforderlich, sobald ein Unternehmen Mitarbeiter beschäftigt. Der Lohnbuchhalter ist für die betriebliche Abwicklung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen zuständig. Darüber hinaus ist er für die Einhaltung der fristgerechten Zahlungen der Sozialabgaben und Steuern, sowie für die Pflege der Stammdaten des Personals verantwortlich.

Finanzbuchhalter

Die Finanzbuchhaltung ist ein Teilgebiet des betrieblichen Rechnungswesens. Sie ist für die externe Rechnungslegung eines Unternehmens zuständig. Die Finanzbuchhaltung liefert die Grundlage für Monats-, Quartals- oder Jahresabschlüsse und dient der Dokumentationspflicht gegenüber dem Staat. Grundlage der Finanzbuchhaltung ist das Steuerrecht und das Handelsgesetzbuch. Der Finanzbuchhalter bereitet die nötigen Zahlen vor, um die Bilanz und Gewinn-und Verlustrechnung (GuV) zu erstellen. Ziel ist die Erfassung des Gesamtergebnisses des Unternehmens. Geschäftliche Vorgänge müssen einwandfrei nachvollziehbar sein.

Bilanzbuchhalter

Die Haupttätigkeit ist die Anfertigung von Abschlüssen und Bilanzen welche die Grundlage für betriebswirtschaftliche Entscheidungen im Unternehmen sind. Die Aufgabengebiete sind vielseitig und dienen als Hilfestellung beim Entscheidungsprozess des Managements. 

Was muss ich bei der Buchhaltung beachten?

Gemäß § 239 Abs. 2 HGB müssen die Eintragungen in Büchern und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden.

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung lassen sich in Rahmengrundsätze und Abrechnungsgrundsätze systematisieren.

Rahmengrundsätze
  • Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit: Geschäftsvorfälle müssen objektiv aus den Büchern ablesbar sein. Diese müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung nachverfolgen lassen, sie müssen stattgefunden haben und Belege müssen vorhanden sein. Bewahren Sie Kopien auf von Schriftstücken die mit der Buchhaltung zusammenhängen. Externe Dritte müssen auf den Informationsgehalt eines Jahresabschlusses vertrauen können.
  • Grundsatz der Vollständigkeit: Der Jahresabschluss muss vollständig sein, das gesamte Bild des Unternehmens muss im Jahresabschluss erkennbar sein. Alle Vermögensgegenstände sowie Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Erträge müssen fristgerecht aufgeführt werden.
  • Grundsatz der Vergleichbarkeit: Gleichartige Güter gehören in die selbe Bilanzposition. Es muss die selbe Gliederung, Bezeichnungen und Bewertungsmethoden für Bilanzpositionen verwendet werden (Stetigkeitsprinzip). Ausserdem ist es wichtig, dass die Eröffnungsbilanz des neuen Jahres mit der Schlussbilanz des Vorjahres übereinstimmt (Bilanzidentität).
  • Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit:  Die Bilanz muss für sachverständige Dritte nachvollziehbar sein. Ihre Buchhaltung muss klar und übersichtlich durchgeführt werden. Gemäß § 234 Abs. 2 HGB dient dieser Grundsatz primär der Rechenschaft und der Kapitalerhaltung.
  • Stichtagsprinzip: Alle betrieblichen Sachverhalte müssen am Bilanzstichtag abgebildet werden und chronologisch verbucht werden.
  • Einzelbewertung: Alle Vermögensgegenstände müssen einzeln bewertet werden. Gruppenbewertungen werden aber in bestimmten Fällen zugelassen.
Abrechnungsgrundsätze
  • Grundsatz der Abgrenzung der Sache nach: Alle Aufwendungen die dazu dienen realisierte oder noch nicht realisierte Erträge zu erzielen sind auf die Leistungen zu verteilen.
  • Grundsatz der Abgrenzung der Zeit nach: Regelt die Periodisierung von zeitraumbezogenen Erträgen und Aufwendungen. Diese werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen bzw. Vermögensveränderungen bekannt werden.
  • Realisationsprinzip: Gewinne dürfen erst verzeichnet werden, wenn sie realisiert wurden.
  • Imparitätsprinzip: Verluste müssen berücksichtigt werden sobald sie abzusehen und abzuschätzen werden können. Zu beachten ist das Niederwertsprinzip.

Was sind die Konsequenzen bei nicht ordnungsmäßiger Buchführung?

Wird gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) verstoßen kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlage schätzen. Dabei sind alle Umstände zu berücksichtigen, die für die Schätzung von Bedeutung sind (§ 162 AO).

In besonders schweren Fällen wird der Konkurs mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren bestraft. "Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter aus Gewinnsucht handelt oder wissentlich viele Personen in die Gefahr des Verlustes ihrer ihm anvertrauten Vermögenswerte oder in wirtschaftliche Not bringt" (§ 331 HGB).

Im Konkursfall droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, wenn aus Gewinnsucht gehandelt wurde oder wissentlich viele Personen in die Gefahr des Verlustes ihrer anvertrauten Vermögenswerte oder in wirtschaftliche Not gebracht wurden (§ 283a StGB).

Wie Ageras Ihnen helfen kann, einen Buchhalter zu finden

Es ist nicht leicht den richtigen Buchhalter zu finden. Nicht nur dessen Fachkenntnisse sind wichtig, sondern auch seine Spezialisierung, um Ihnen schnell und kompetent zu helfen.

Ageras vermittelt Buchhaltungs- und Steuerberatungsaufträge zwischen Kunden und Unternehmen. Wir vermitteln Ihnen einen relevanten Buchhalter, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, der genau zu Ihren Bedürfnissen passt. Unser Netzwerk beinhaltet zahlreiche Buchhaltungbüros, die sicherstellen, dass wir Ihre spezifischen Anforderungen zur Buchhaltung erfüllen können.

Das bedeutet in erster Linie, dass unser Service das ganze Land abdeckt. Das bedeutet aber auch, dass wir in der Lage sind den richtigen Buchhalter zu finden, der Ihren Anforderungen entspricht. Sie erhalten bis zu drei unverbindliche Angebote von Buchhaltungsbüros. Sei es Ihre persönliche Steuererklärung oder Lohnbuchhaltung Ihres Unternehmens, wir finden den Buchhalter mit dem passenden Buchhaltungsservice.

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