Freitag der 13.: Weshalb sind wir abergläubisch?

Einige Personen glauben an Übersinnliches, auch wenn sie sich sonst im Leben lieber an Fakten halten. Katzen und Leitern werden vermieden, aber besonders häufig treibt uns Freitag, der dreizehnte, Schweißperlen auf die Stirn. Und die Furcht zieht sich bis in die Geschäftswelt. Woran liegt das?

Viele Fußballfans drücken die Daumen, bevor ihr geliebter Stürmer am Elfmeterpunkt zum Schuss ansetzt. Einige Menschen tragen bei Vorstellungsgesprächen immer dasselbe Hemd. Wieder andere Personen wechseln die Straßenseite aufgrund einer schwarzen Katze oder einer aufgestellten Leiter. Aber im Gegensatz zu diesen Taten hat der Freitag der dreizehnte weitreichende Auswirkungen auf viele Personen - schließlich betrifft der Tag auch immer wieder die Geschäftswelt.

Sollten Sie demnächst eine Quiz Night in der Bar um die Ecke besuchen, so lohnt es sich zu wissen, dass die Angst vor der Nummer 13 “Triskaidekaphobie” genannt wird. Zusammengesetzt wird es aus den beiden griechischen Wörtern τρεισκαίδεκα beziehungsweise treiskaídeka (dreizehn) und φόβος beziehungsweise fóbos (Furcht). Ein berühmtes Beispiel für Triskaidekaphobie ist wahrscheinlich der Sänger Axl Rose, Frontmann der Rockband Guns N’ Roses. Er weigert sich in Städten aufzutreten, die mit dem Buchstaben M - dem dreizehnten Buchstaben des Alphabets - beginnen. Schade für die Fans in München, Madrid oder auch Minsk.

Bei manchen geht diese Furcht noch ein bisschen weiter. Personen, die tatsächlich Angst vor Freitag dem dreizehnten haben, leiden unter Paraskavedekatriaphobie. Dieses Wort wird abgeleitet von den drei griechischen Wörtern παρασκευή beziehungsweise paraskeue (Freitag), δεκα-τρεîς beziehungsweise dekatreis (dreizehn) und φόβος beziehungsweise phobos (Furcht). Laut dem Psychologen Dr. Donald Dossey, Gründer des “Stress Management Center” und des “Phobia Institutes” in Asheville, North Carolina, leiden etwa 17 bis 21 Millionen Amerikaner darunter. In den extremsten Fällen wagen diese Leute es nicht, an Freitagen, die auf den 13. Tag eines Monats fallen, ihr Zuhause zu verlassen. Ungewiss bleibt, ob sie den Tag im Bett verbringen. Schließlich passieren mehr tödlichen Unfälle im Haushalt als im Straßenverkehr.

Jedoch ist es selbst für nicht-abergläubische Menschen schwierig, den dreizehnten Freitag nicht zu berücksichtigen, da er tief in unserer westlichen Kultur verwurzelt ist. Eine Studie des Zentrums für Versicherungsstatistik aus dem Jahr 2008 beruhigte die Bevölkerung jedoch: Am Freitag, dem 13., ereignen sich durchschnittlich weniger Unfälle als an anderen Tagen.

Aberglaube in der Geschäftswelt

Auch in der Geschäftswelt wird die Angst vor der Dreizehn sichtbar. So haben einige Flugzeuge keine dreizehnte Reihe und in bestimmten Hotels finden Sie weder eine 13. Etage noch ein Zimmer mit der Nummer 13. Es gibt sogar Krankenhäuser ohne einen Operationssaal 13. Auch im Sport wird immer wieder auf die Nummer dreizehn verzichtet - vielleicht aus guten Gründen: Bei der derzeitigen Tour de France brach sich der amerikanische Radfahrer Lawson Craddock am ersten Tag sein Schulterblatt. Seine Startnummer? Die “Unglückszahl” dreizehn. Der Radprofi selbst schien jedoch selbst weniger beeindruckt und stieg direkt wieder aufs Rad. Zusätzlich nutzt er sein Pech für etwas Gutes und spendet nun nach jeder Etappe, die er bewältigt, 100 Dollar.

In der Regel bekommt der Aktienmarkt am Freitag, dem 13., heftige Schläge. Schätzungen zufolge wird dieser Tag in der Regel von einem wirtschaftlichen Verlust von 800 bis 900 Millionen Dollar begleitet. Manche Menschen meiden große Transaktionen oder verschieben den Kauf ihres Hauses bis nach dem Wochenende. Andere wagen es nicht an dem Tag eine Reise anzutreten oder auch andere große Investitionen zu tätigen. Manche Unternehmen können den Tag definitiv für ihren Vorteil ausnutzen und spezielle Rabatte anbieten - vielleicht ja sogar 13 Prozent. Zumindest die Filmindustrie schafft es erfolgreich, den Tag für sich zu nutzen. So gibt es eine Vielzahl von Horrorfilmen, wie “Friday the 13th”, die die Furcht befeuert. Doch woher genau kommt dieser Aberglaube überhaupt?

Warum die Zahl 13?

Was hat uns die Nummer 13 eigentlich angetan? Über den Ursprung kursieren verschiedene Theorien. Eine der Erklärungen nimmt den Karfreitag als Ausgangspunkt der Furcht - der schicksalhafte Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Am Abend zuvor waren dreizehn Leute beim letzten Abendmahl, einschließlich des Verräters Judas. Andere Quellen behaupten, dass das Unglück in der Tatsache liegt, dass 13 eben ein bisschen mehr ist als die "perfekte" Zahl 12, die wir in verschiedenen Aspekten unseres Lebens finden können: die 12 Stunden auf dem Ziffernblatt der Uhr, die 12 Apostel, die 12 Monate im Jahr oder auch die 12 Tierkreiszeichen.

Ein Glück für die Zahl 13: Es gibt tatsächlich auch Länder und Kulturen, in denen die Zahl auf mehr Wertschätzung zählen kann. In Japan ist die Nummer 4 der Hauptschuldige, denn die Zahl klingt von der Aussprache genauso wie das Wort "Tod" (shi) - selbst auf Chinesisch sind beide Wörter sehr ähnlich. Für die Mayas war 13 sogar eine heilige Zahl: Sie zählten ihre Tage von 1 bis 13 und sahen den Kosmos als eine Kombination von 13 Punkten, einschließlich der vier Richtungen. In spanischsprachigen Ländern rettet man Freitag noch einmal: Dort ist der Dienstag, der dreizehnte (martes trece) nicht besonders beliebt.

Freitag der 13.: Zukunftsmusik

Schlechte Nachrichten für alle Paraskavedekatriaphobier: Von allen möglichen Wochentagen wird der dreizehnte des Monats wahrscheinlicher auf einen Freitag fallen. Dies geschieht 688 Mal pro 400 Jahre - eine Chance von 14,34 Prozent. Zum Vergleich: Der Dreizehnte ist seltener ein Donnerstag oder ein Samstag (684-mal beziehungsweise 14,25 Prozent).

Jeder Monat, der an einem Sonntag beginnt, hat einen Freitag den dreizehnten, und das passiert normalerweise zweimal im Jahr. Dieses Jahr, haben wir es mit dem kommenden Freitag, den dreizehnten überstanden, doch auch in 2019 und 2020 wird es jeweils zwei geben. Im Durchschnitt fällt der dreizehnte eines Monats alle 212,35 Tage auf einen Freitag.

Schlecht sieht es besonders für das Jahr 2026 aus. Dort müssen sich Paraskavedekatriaphobier vor drei Freitagen fürchten - im Februar, März und November.

Posted: 09 Jul, 2018

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